Was jeder Bestatter immer berechnet
Unabhängig davon, ob sich Angehörige am Ende für eine Erdbestattung im Sarg oder eine Feuerbestattung mit anschließender Urnenbeisetzung entscheiden – rund die Hälfte der Bestatterrechnung besteht aus fixen Basisleistungen, die in beiden Fällen anfallen. Diese Grundleistungen bilden das Fundament jeder Bestattung und unterscheiden sich kaum zwischen den verschiedenen Bestattungsarten.
Hygienische Erstversorgung
Direkt nach dem Todesfall übernimmt der Bestatter die würdevolle Versorgung des Verstorbenen. Dazu gehören das Waschen, Kämmen, Einkleiden sowie das sorgfältige Einbetten in den Sarg. Diese Leistung ist unabhängig von der späteren Bestattungsart identisch und wird von nahezu jedem Bestattungsunternehmen als Standardposition berechnet.
Überführungen & Logistik
- Erste Überführung vom Sterbeort in die Kühlräume des Bestattungsinstituts
- Jede weitere Fahrt – etwa zur Kirche, zum Krematorium oder zum Friedhof – wird separat berechnet
Gerade die Anzahl der Fahrten kann die Gesamtkosten spürbar beeinflussen. Wird der Verstorbene beispielsweise zunächst in eine andere Stadt zum Krematorium überführt und anschließend die Urne zurück zum Heimatfriedhof gebracht, addieren sich mehrere Fahrtkostenpositionen.
Bürokratie & Formalitäten
- Anzeige des Sterbefalls beim Standesamt
- Ausstellung und Beschaffung von Sterbeurkunden
- Abmeldungen bei Renten- und Krankenkassen sowie weiteren Institutionen
Diese administrativen Aufgaben nehmen den Angehörigen in einer emotional belastenden Zeit viel Arbeit ab, werden vom Bestatter jedoch als eigenständige Dienstleistung in Rechnung gestellt.
Wo sich Erd- und Feuerbestattung unterscheiden
Der Weg der Erdbestattung (Klassisch im Sarg)
Bei der Erdbestattung steht das physische Material im Vordergrund. Der Sarg muss über viele Jahre dem enormen Erddruck standhalten.
Der Sarg: Erfordert stabiles Massivholz (z.B. Eiche, Kiefer oder Buche). Einfache Modelle starten bei ca. 600€, edle Varianten kosten weit über 3.000€.
Sargausstattung: Ausschlag (Stoffauskleidung), Matratze, Kissen und Decke werden extra berechnet.
Trägergestellung: Der Bestatter muss am Tag der Beerdigung 4 bis 6 Träger stellen, um den schweren Sarg von der Aussegnungshalle zum Grab zu tragen.
Der Weg der Feuerbestattung (Kremation & Urne)
Die Feuerbestattung spart Materialkosten, erfordert vom Bestatter jedoch deutlich mehr Fahrten und bürokratische Zwischenschritte.
Der Kremationssarg: Auch für die Verbrennung ist ein Sarg gesetzlich vorgeschrieben. Da dieser direkt verbrannt wird, nutzt man einfaches, unbehandeltes Weichholz (z.B. Pappel) ab ca. 400€.
Zweite Leichenschau: Vor der Kremation muss ein Amtsarzt im Krematorium den Leichnam unabhängig untersuchen, um Fremdverschulden auszuschließen. Die Gebühr reicht der Bestatter weiter.
Die Schmuckurne: Die Preisspanne für die Urne reicht von 80€ (Bio-Naturstoff) bis 500€ (handgemachte Keramik oder Edelhölzer).
Personalersparnis: Da die Urne leicht ist, wird oft nur ein einzelner Träger benötigt – oder die Angehörigen tragen sie selbst zum Urnengrab.
Erdbestattung vs. Feuerbestattung: Alle Positionen im Überblick
Die folgende Tabelle stellt die typischen Einzelpositionen beider Bestattungsarten gegenüber. Die Bandbreiten hängen stark vom gewählten Bestatter, der Region und den individuellen Wünschen der Angehörigen ab.
| Position | Erdbestattung | Feuerbestattung |
|---|---|---|
| Sarg | 600 – 3.000+ € | 400 – 800 € |
| Sargausstattung | 150 – 400 € | entfällt |
| Kremierung | entfällt | 200 – 400 € |
| Zweite Leichenschau | entfällt | 50 – 100 € |
| Urne | entfällt | 80 – 500 € |
| Träger (4-6 bzw. 1) | 200 – 400 € | 0 – 80 € |
| Friedhofsgebühren | 1.500 – 4.000 € | 500 – 2.500 € |
| GESAMT (nur Bestattung) | 4.500 – 12.000 € | 1.500 – 5.000 € |
Deutlich wird: Die Feuerbestattung ist in nahezu jeder Kostenposition günstiger als die klassische Erdbestattung. Der größte Unterschied entsteht dabei nicht durch die Kremierung selbst, sondern durch die geringeren Friedhofsgebühren für Urnengräber im Vergleich zu klassischen Wahlgräbern.
Sparmöglichkeiten bei Bestatterleistungen
Auch wenn viele Basisleistungen unvermeidbar sind, gibt es an mehreren Stellen echten Spielraum, um die Gesamtkosten einer Bestattung deutlich zu reduzieren.
- Mehrere Angebote einholen und Preise transparent vergleichen
- Online-Bestatter nutzen, da diese durch geringeren Overhead oft günstiger kalkulieren
- Einen einfachen, funktionalen Sarg statt eines Prestige-Modells wählen
- Auf eine aufwendige Trauerfeier verzichten oder diese in Eigenregie organisieren
- Ein anonymes Urnengrab statt eines kostenintensiven Wahlgrabs wählen
Wer diese Punkte konsequent umsetzt, kann die Gesamtkosten einer Bestattung häufig um mehrere tausend Euro senken, ohne dabei auf eine würdevolle Verabschiedung verzichten zu müssen.
FAQ zu Bestatterleistungen
Was kostet ein Bestatter im Durchschnitt?
Die reinen Dienstleistungen eines Bestatters – also Überführung, hygienische Versorgung, Formalitäten und Sarg – liegen im Durchschnitt zwischen 2.500€ und 5.000€. Zusammen mit Friedhofsgebühren und einer Trauerfeier kann eine vollständige Bestattung deutlich mehr kosten.
Muss man einen Sarg kaufen?
Ja, in Deutschland besteht grundsätzlich Sargpflicht – sowohl bei der Erd- als auch bei der Feuerbestattung. Auch bei einer Kremation wird ein einfacher, unbehandelter Sarg benötigt, der zusammen mit dem Verstorbenen verbrannt wird.
Kann man den Bestatter frei wählen?
Ja, in Deutschland gilt die freie Bestatterwahl. Angehörige sind nicht verpflichtet, das vom Krankenhaus oder Pflegeheim empfohlene Unternehmen zu beauftragen, sondern können Angebote verschiedener Bestatter frei vergleichen.
Was macht ein Bestatter genau?
Ein Bestatter übernimmt die hygienische Versorgung des Verstorbenen, organisiert alle notwendigen Überführungen, erledigt behördliche Formalitäten, stellt Sarg oder Urne bereit, koordiniert die Trauerfeier und Beisetzung und berät die Angehörigen zu sämtlichen Kostenfragen.
Sind Bestatterpreise verhandelbar?
Teilweise ja. Besonders bei Sargmodellen, Zusatzleistungen und der Ausstattung der Trauerfeier lassen sich häufig Einsparungen erzielen. Ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich in jedem Fall, bevor eine Entscheidung getroffen wird.